28. bis 30. August, Ferrara

Ferrara, wo liegt das eigentlich? Die Frage sollten wir uns nicht nur unmittelbar nach der doch etwas überraschenden Zusage vom Veranstalter stellen.
Also kurzfristig Urlaub eingereicht, am Tag vor der Abfahrt den Leiterwagen mit Klettband prepariert, damit die Kisten nicht runterrutschen. Dann noch die Autobatterie geladen, denn ohne Strom auf der Straße spielen? Das geht nicht.
Abfahrt dann am Donnerstag. Ohne Navi, Druckerpatrone leer, also nur ein paar Orte und Kreuzungen vom Routenplaner abgeschrieben und los. Im nachhinein glaube ich: das Navigationsgerät wurde in Italien erfunden, oder zumindest für Italien. Bis zum Brenner lief`s problemlos, mal abgesehen von dem Radler vor uns auf dem Fernpass. Aber dann: die Schilder mit den Straßenbezeichnungen waren unauffindbar. Oder wenn es sie gab, dann mehrfach, in alle vier Himmelsrichtungen zeigend. Lesson learmed #1: fahre immer Autobahn, koste es, was es wolle. Achte dabei immer auf die Leitplanke. Oft sitzt ein Polizist mit Lasermessgerät dahinter.
Dann endlich da: eine tolle Stadt! Schaut euch die Bildergalerie an, leider kommt nicht ganz rr&auuml;ber, wieviel los war in den Gassen. Alle 20 Meter eine Gruppe. rüberall Zuschauer, Stände, Gruppen. Wir treffen Huub Dutch. Der singt sogar auf italienisch! Wohnt auch im gleichen Hotel, ist mit der ganzen Familie da. Dann war da noch die Rastafrau (die von den Plakaten), die an der Kathedrale gespielt hat. Schön mit Kerzen. Sie spielt eine super Version von Halleluja, hab ich mitgefilmt. Stell ich aber lieber nicht ins Netz, wegen der GEMA. Und dann war da noch der Typ, der seinen Flägel an ein Motorrad montiert hat und spielend durch die Gassen gefahren wird. Unglaublich.
Zweiter Tag: heute treten wir auch auf! Im Künstlerbüro gibt es nur einen kleinen Zettel mit einer Adresse, das ist der Spielort. Wo sollen wir aufbauen? Da ist nirgendwo eine Markierung. Sonst gab es immer einen Schirm oder ein Schild. Wir bauen irgendwo auf und holen uns Strom aus der Autobatterie. Planung ist alles! Dann der Auftritt. Viele bleiben stehen, gehen dann aber auch weiter. Klar, auf dem großen Platz spielt sich viel mehr ab.
Dritter Tag: heute geht es erstmal an den Strand. Ist 50km weg, aber das ist es wert. Schön im Schatten auf einer Liege gelegen. So lässt es sich aushalten. Abends der nächste Auftritt. Weiß nicht mehr genau, ich glaube gegenüber eines Ein-Euro Ladens. Einmal war richtig viel los, da habe ich dann Bilder gemacht von den Zuschauern. Siehe Galerie.Wenn man selber spielt, sieht man die anderen Künstler natürlich nicht.
Schon wieder der letzte Tag. Wir spielen neben einer Rockband! Wir hören uns nicht, so macht es keinen Spaß! Abbruch, Feierabend. Auf zum Abschlusskonzert in einem tollen Innenhof. Mit Säulengang, typisch italienisch. Erst `ne Band mit Gitarrist und Geigerin. Sehr interessant. Dann eine fernöstliche Band, aus Thailand? Drei, vier Musikerinnen mit seltsamen Instrumenten, und zwei Akrobatinnen. Die eine stand noch kurz vorher vor uns, mit unglaublichem V-Kreuz. Dann der Höhepunkt: eine Tangoband aus Spanien. Vier Jungs, 2 Gitarristen. Violentango. Wie soll man die beschreiben: unglaublich virtuos. Dream Theater auf Konzertgitarre. Gibt es leider nicht auf Amazon, muss ich haben.
Am nächsten Tag geht`s wieder heim. Kurzer Abstecher an den Gardasee. Bardolino. Der Platz ist berühmt, jede zweitklassige Schlagerkombo dreht da ihre Videos.
Fazit: immer wieder gerne, war toll, vielleicht 2010? (Friday 28nd to Sunday 30th: two daily shows from 18.00 to 19.30 and from 21.30 to 23.45. On Sunday one show from 17.00 to 20.00)